Fahrzeugübergabe DLAK

Neues Fahrzeug bringt für Wittinger Feuerwehr viele Vorteile im Einsatz mit sich

Nur strahlende Gesichter gab es am Sonntagnachmittag, als der neueste Feuerwehrzugang in das Wittinger Gerätehaus einzog. Auch die Inszenierung stimmte. Mit Licht, Rauch und dem Durchbruch durch eine Papierplane hatte das neue Drehleiterfahrzeug einen überzeugenden Auftritt. Dementsprechend zeigten sich alle Redner begeistert – die Notwendigkeit für den Ersatz für die „alte Dame“, wie das Vorgängerfahrzeug genannt wurde, stand ohnehin außer Frage.

Dem Anlass entsprechend waren nicht nur die Ehrenortsbrandmeister und die Partnerwehren aus Diesdorf und dem österreichischen Wiesen anwesend, sondern auch etliche Feuerwehrleute benachbarter Wehren und viele Zivilisten, die das mit viel Technik versehene, 290 PS starke Fahrzeug besichtigen wollten. Später gab es für einige auch die Möglichkeit, sich Wittingen einmal aus luftigen 32 Metern Höhe anzusehen. So weit reicht die 30 Meter lange Leiter, die in zwei Metern Höhe auf dem Chassis angebracht ist.

Überzeugend auch die übrige Technik. Vor allem der Gelenkarm, der zudem absenkbar ist und daher auch über Hausgiebel reicht, verschafft den Wehrmitgliedern große Vorteile. „Wir können auch in enge Bereiche fahren und durch den Gelenkarm die Leiter in alle möglichen Positionen bewegen, ohne dass wir das Fahrzeug umrangieren müssen. So können wir geborgene Personen gleich neben dem Fahrzeug absetzen“, erklärte Ralph Parrmann, zweiter Gerätewart der Ortswehr und Ausbilder für die Drehleiter. Damit sei man höchst flexibel.

Das ist vor allem in der engen Wittinger Altstadt wichtig, wie auch Stadtbürgermeister Karl Ridder betonte, der sich bei allen Ortswehren vor allem für den jüngsten großen Einsatz beim Brand der Wallpassage bedankte. „Mächtig verändert“ habe sich gegenüber dem alten Fahrzeug nicht nur der Preis, sondern auch die Technik und die formale Abwicklung durch die Verwaltung, sagte Ridder. „Wir haben die absolut richtige Entscheidung getroffen.“ Die Beliebtheit der Feuerwehr komme nicht von ungefähr. Sie sei auch ein Ausdruck dankbarer Hochachtung, betonte das Stadtoberhaupt vor mehr als 200 Gästen.

„Wir wollen auch künftig die Sicherheit der Bürger gewährleisten – dazu trägt die neue Drehleiter bei“, hob Stadtbrandmeister Heinrich Kruse hervor. Der stellvertretende Kreisbrandmeister Jens Dieckmann gratulierte im Namen aller 102 Ortswehren zur „modernsten Drehleiter im Landkreis Gifhorn“.

Wie das Fahrzeug zeigten sich auch die Feuerwehrleute am Sonntag im Einsatz. Allen voran 13 Maschinisten mit dem Führerschein für schwere Lkw wurden eingewiesen. „Zwar hört sich 13 viel an, aber wir müssen ja zu jeder Tageszeit einsatzfähig sein“, gab Parrmann zu bedenken.

Vor allem aber die erhebliche kürzere Rüstzeit von nur noch 90 Sekunden ist ein großer Vorteil. Wenig muss per Hand angebaut werden, die Löscheinrichtung ist am Korb befestigt. Bei der „alten Dame“ dauerten etliche Handgriffe rund fünf Minuten. Die Tragkraft des Fahrzeugs beträgt bis zu vier Tonnen, mit dem zweiten Leiterteil immer noch 1500 Kilogramm. „Und wenn die Leiter ganz ausgefahren ist, können noch 600 Kilogramm gehoben werden“, sagte Parrmann.

Die Geschichte der Leitern in der Ortswehr ist lang. Nachdem zu Anfang eine acht Meter lange Holzleiter im Einsatz war, gab es 1925 die erste fahrbare Leiter und 1963 die erste motorisierte Drehleiter DL 12. Von 1996 bis heute war dann die „alte Dame“ in Verwendung, die schon von 1981 bis 1995 in Berlin im Einsatz war. Der Antrag für das jetzt ausgelieferte Fahrzeug wurde in weiser Voraussicht bereits vor sechs Jahren von Ortsbrandmeister Torsten Böttichers Vorgänger, Carsten Nordmann, beantragt.

Quelle: AZ-Online.de (Text: Burkhard Ohse)

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